Vorstellung und Information Gerinnungssprechstunde und -labor

Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 „Gerinnung ist mehr als Quick und aPTT!“ So lautet der Untertitel des „Schleswig-Holsteiner Tag der Gerinnung“, den ich zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen des UKSH seit 2018 einmal jährlich in Bad Segeberg ausrichte.

Quick und aPTT sind die beiden zentralen Labortests in der Gerinnungsanalyse, die einen ersten orientierenden Blick auf die Funktion des sog. plasmatischen Gerinnungssystems bei einem Patienten ermöglichen. Um aber Störungen der Blutgerinnung, sei es eine verstärkte Blutungs- oder Thromboseneigung, im Detail abzuklären, bedarf es viel mehr!

Das Gerinnungssystem ist komplex und setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen. Hierzu gehören zum einen die Blutgefäße und bestimmte Blutzellen, insbesondere die sog. Blutplättchen, die die sog. primäre Hämostase bilden. Ebenso wichtig sind die im But oder in manchen Zellen vorhandenen Gerinnungsfaktoren, die sich im Blutungsfall gegenseitig und kaskadenartig aktivieren, damit am Ende das wichtige Fibrin zur Verfestigung eines Blutgerinnsels gebildet werden kann. Um eine überschießende Blutgerinnung zu verhindern, gibt es im Blut zudem sog. Gerinnungshemmer. All diese Bestandteile des Gerinnungssystems können krankhaft verändert sein. Diese Veränderungen können angeboren oder erworben im Laufe des Lebens auftreten.

Vielen dieser Bestandteile des Gerinnungssystems ist gemein, dass sie sehr labil sind und ihre Aktivität verlieren, wenn das Blut z.B. nach einer Blutentnahme längere Zeit bis zur Testung (z.B. bei längerem Transport) bei Raumtemperatur aufbewahrt wird. Darum ist für die korrekte Laboranalyse des Blutgerinnungssystems ideal, wenn das Blut nach der Entnahme rasch untersucht werden kann! Ebenso sind Befundung und Interpretation von Laborergebnissen viel besser durchzuführen, wenn der/die Patient/in persönlich vom/von der „Gerinnungsärztin/-arzt“ gesehen wurde

Hieraus ergibt sich die Philosophie unser Praxis: Patientengespräch, Labordiagnostik und Befundung mit Empfehlungen für Vorbeugung und Therapie an einem Ort und in einer Hand!

Seit dem 13. März 2018 bieten wir nun in Lütjensee eine spezielle Gerinnungssprechstunde mit unmittelbar angeschlossenem Gerinnungslabor an. Nach einem Gespräch mit der/m Patientin/en (Anamnese) werden die sich hieraus ergebenden Laboruntersuchungen des Blutgerinnungssystems im Anschluss durchgeführt. In einem ausführlichen Befundbericht werden die erhobenen Befunde im Zusammenhang mit dem Krankheitsbild des/der Patienten/in interpretiert und Empfehlungen zu Prophylaxe und Therapie gegeben. Für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten ist eine Überweisung (Muster 6) in jedem Fall notwendig!

Die Schwerpunkte der Gerinnungssprechstunde sind beispielsweise

  • die Abklärung von Blutungs- oder Thromboseneigungen,
  • die präinvasive Gerinnungsdiagnostik,
  • die Mitbetreuung antikoagulierter Patienten und
  • die Mitbetreuung Risikoschwangerer mit hämostaseologischen Problematiken.

Nachfolgend finden Sie ein Merkblatt mit wichtigen Hinweisen, welche Unterlagen für den Termin in unserer Praxis benötigt werden und mitzubringen sind!

Ebenso finden Sie unseren Gerinnungsanamnesebogen, den Sie gerne ausdrucken und bereits ausgefüllt mitbringen können!

Für ärztliche Kolleginnen und Kollegen: Sie finden das Leistungsverzeichnis unseres Gerinnungslabors als PDF nachfolgend!

Wichtige Info: Kinder können wir in unserer Praxis leider nicht behandeln, ggf. können sich Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr vorstellen. Darunter verweisen wir an die speziellen Sprechstunden in den Kinderkliniken der Universitätsklinik Eppendorf in Hamburg bzw. der Universitätskliniken Schleswig-Holstein in Lübeck und Kiel oder an niedergelassene Kinderärzte mit hämostaseologischem Schwerpunkt (z.B. Dr. med. Sven Gutsche in Lübeck).

 

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